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REVIEW | ATOM WOMB - VISIONS - ALBUM

Am 11.11.2022 pünktlich zu beginn der närrischen Faschingszeit veröffentlichen Atom Womb ihr erstes Album mit dem Namen Visions. Und dieses Datum ist eigentlich sehr passend, wen man bedenkt, dass die vier Psych-Punks aus Wien sich regelmäßig auf ihren Shows gerne mal in den verrücktesten Kostümen verkleiden. Mal als Rennfahrer oder im traditionellen japanischen Kimono mit Kabuki Theater schminke, oder einfach mal mit orangem Overall im Müllmänner Style. Ich glaube aber nicht, dass Atom Womb Mit Visions einfach nur die Zeit der Narren einläuten wollten, sondern auch dezent darauf hinweisen, dass bei dem Trio die ausgelassene und unbeschwerte Zeit der Eskalation und des Exzess ein Dauerzustand ist.



Diesen Eindruck bekomme ich jedenfalls gleich zu Beginn beim Anhören des Albums. Denn Track Nummer eins mit dem Namen Psycho startet schon sehr ausgelassen mit einem leichten Hauch von Eskalation. Ein richtig schöner Start in dieses gelungene Album. Dann aber wird mit Track Nummer zwei schon wieder Tempo rausgenommen, denn Lethal Woman kommt mit einem sehr entspannten Grove daher und lädt zum zurücklehnen und Kopfnicken ein. Dieser auffällige unterschied zwischen den ersten beiden Songs lässt schon ein bisschen erahnen was für ein weit gefächertes Spektrum an Einflüssen Atom Womb in Visions geschafft haben unterzubringen. Das hört man auch bei Camino Del Sol, der genauso entspannt aber auch irgendwie hypnotisch ist. Es hört sich für mich sowieso so an als wäre das Zusammenspiel der Instrumente bei dieser Band so ausgeglichen und die vier Musiker so gut aufeinander eingespielt, dass es ein wahrer Genuss ist sich dieses Album anzuhören. Jedes Instrument findet hier seinen Platz ohne im Vordergrund zu stehen. Ob es nun der Bass ist, der mit melodischen und hypnotischen wiederholenden Lines sanft und dennoch fesselnd dahin stampft. Oder die Gitarre die innerhalb kürzester Zeit von dezenter Begleitung zu massiver Soundkeule eskaliert. Und natürlich sind da noch die Drums, die diesen vielseitigen Sound, der sich manchmal fast anhört wie eine improvisierte Jamsession, im Rahmen hält und mit perfekt getimten Beats und ganz viel Gefühl, wie in einem Römischen Streitwagen Gitarre und Bass wie zwei Wilde vorantreibt.



Bei Track Nummer vier Perversion scheint es so, als würde das Schlagzeug ständig versuchen die anderen Instrumente im Zaum zu halten. Damit wird eine wahnsinnig hohe Spannung aufgebaut, bis diese gegen Ende gelöst wird und nach einem richtig bösen Break der Song dann, wie mit einem Feuerwerk beendet wird. Teenage Hope, der mit diesem schönen krachenden Bass alleine schon eine markante Nummer ist, werden sogar spanische Vocals zum Besten gegeben, wenn ich das richtig rausgehört habe. Und dann kommt mit Inside Dreams auch schon mein persönlicher Favorit von Visions. Dieser Song hat irgendwie Filmmusik-Feeling wie ich finde. Inside Dreams könnte ich mir richtig gut bei einer Szene eines Quentin Tarantino Western vorstellen. Wieder wahnsinnig gefühlvoll und doch so staubig und fuzzy gegen Ende. Mit Lullaby For A Lost Soul wird es dann noch einmal richtig psychedelisch. Hier kommt sogar eine Violine zum Einsatz und gemeinsam mit dem angenehm ruhigen Gitarrenklängen wird hier wieder einen Gang zurückgeschaltet und vom Fuzzy-Trip wieder in den Hypnotic-Psych Modus geschaltet. Und zu guter Letzt verabschieden sich Atom Womb dann mit dem Track FIN von den Zuhörer*innen.



Visions könnt ihr euch natürlich wie gewohnt auf allen Streamingplattformen anhören, ich würde euch aber empfehlen eine der auf hundert Stück limitierten 12 Inch crystallo Vinyls zu ergattern. Für Visions und den vielseitigen und künstlerischen Sound gibt es von mir vier von fünf Nägel.






Bis zum nächsten Mal

Manu!


 

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Photo: Collage by Constantin Jacobs - Original by @herrbrot666 | Other photos by Luca Celine





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